Berufsbildungswerk Bethel
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Berufsbildungswerk Bethel

EU-Politiker zu Besuch beim Berufsbildungswerk

"Das wird ein Kissenbezug"  Foto: Andreas Zobe Bielefeld-Bethel (big). Das Kissen hat es in sich: Aus einer alten Jeans hat Jessica Jaeger die Hülle zugeschnitten und zusammengenäht, den blauen Stoff mit Pailletten, Glitzersteinchen und Applikationen verziert. Sie ist sich Freitagmorgen nicht nur wegen dieser Ausstattung der Aufmerksamkeit dreier Politiker sicher. Die 28-Jährige macht beim Berufsbildungswerk Bethel ihre Ausbildung zur Damenschneiderin - unterstützt mit Geldern aus Fördertöpfen der Europäischen Union. Die CDU-Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Elmar Brok und Markus Pieper, sowie der CDU-Landtagskandidat Rainer Lux informierten sich über die Einrichtung und den Einsatz des Geldes.

Ihr Eindruck: "Hier wird das Geld sinnvoll angelegt und es hat einen realen Bezug", sagte Elmar Brok. In dem Berufsbildungswerk gibt es in den Bereichen Metall, Textil, Ernährung und Hauswirtschaft (mit Hotel- und Gaststättengewerbe) sowie im Gartenbau Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche und junge Erwachsene mit körperlichen, seelischen oder geistigen Behinderungen. Hinzu kommt der Bereich berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen.

In ganz Nordrhein-Westfalen wurden über das Programm 100 plus zusätzliche Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderungen ermöglicht, erklärt Ursula Veh-Weingarten, Geschäftsführerin des Stiftungsbereichs Jugend und Beruf der von Bodelschwinghschen Stiftungen. Ziel dieses Programms sei es, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine "Ausbildung am ersten Arbeitsmarkt zu bieten - aber stärker begleitet". In diesem mit Geld des Europäischen Sozialfonds geförderten Programms zählt das Berufsbildungswerk derzeit 19 Teilnehmer aus drei Ausbildungsjahren. Insgesamt gibt es in Bethel 160 Ausbildungsplätze und 120 Internatsplätze, da die Auszubildenden aus ganz Deutschland (Schwerpunkt NRW) kommen.

"Wir sind eine Spezialeinrichtung für Menschen mit Epilepsie und Hirnstörungen sowie für Menschen mit psychischen Erkrankungen", erklärt Einrichtungsleiter Bernd Krey. Die Maschinen beispielsweise in den Metall-Werkstätten seien nicht besonders gesichert oder anders aufgebaut als in Metallbetrieben. Die Auszubildenden und Ausbilder aber seien besonders geschult für die Arbeit an den Maschinen und mit den Menschen.

"Wir sind froh, dass wir an dem EU-Projekt teilnehmen können, neue Erfahrungen mit dieser Methode sind nur möglich mit diesen Mitteln", so Krey. Von den Erfahrungen aber könnten weitere Einrichtungen profitieren.

Damit auch die zurückhaltenden Ostwestfalen die Fördermöglichkeiten der Europäischen Union kennen lernen, hält er eine EU-Broschüre bereit, die über diese Förderprogramme für NRW informiert. Damit sie den "Weltmeistern der Förderanträge aus dem Ruhrgebiet" (Brok) ein bisschen näher kommen. Die Broschüre "Europa fördert NRW. Ein Überblick" gibt es in Elmar Broks Europa-Büro, Turnerstraße 5-9, Tel. (05 21) 5 20 87 23.

 

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