Berufsbildungswerk Bethel
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Berufsbildungswerk Bethel

Neue Westfälische
Ausgabe Bielefeld
vom 25.06.10,
Text: Patrick Schlütter,
Foto: Patrick Schlütter

 

 

 

 

Eine Branche – zwei Ausbildungen

Im Kfz-Gewerbe lernen Nachwuchskräfte Mechatroniker und Fahrzeugpfleger

Bremsenwechsel selbstgemacht? Das war gestern. Moderne Fahrzeuge lassen sich ohne Computer gar nichts mehr gefallen. Umso anspruchsvoller ist die Ausbildung. Die Jugend lernt Mechatroniker. Und damit auch junge Menschen ohne Abitur in der Kfz-Branche Fuß fassen können, gibt es in Bielefeld sogar die Ausbildung zum Fahrzeugpfleger – eine bundesweit fast einzigartige Aktion.

Vor zwei Jahren hat die Innung des Kraftfahrzeughandwerks Bielefeld diesen speziellen Ausbildungsberuf ins Leben gerufen. „Für Jugendliche mit einem schlechten Hauptschulabschluss oder mit leichten Handicaps durch eine Behinderung ist der Beruf des Mechatronikers einfach zu schwer. In der Fahrzeugpflege können sie jedoch eine gute Unterstützung im Betrieb sein“, sagt Innungssprecher Jochen Häger. Als Geschäftsführer des Autohauses Neotechnik beschäftigt er 20 Auszubildene, 16 werden davon Mechatroniker, zwei Fahrzeugpfleger.

Foto: FahrzeugpflegerEiner von den beiden ist Necmettin Akay. Der 25-Jährige hatte in der Vergangenheit viel Pech, was seinen beruflichen Werdegang anging. Sechs Monate vor der Prüfungzumgelernten Maler und Lackierer, musste er den Beruf wegen einer Krankheit für immer aufgeben. Es folgten zwei Jahre als Leiharbeiter im Einzelhandel. „So wollte ich nicht weiter machen. Über die Agentur für Arbeit bin ich schließlich auf den Beruf des Fahrzeugpflegers gekommen“, berichtet Akay. Seit einem Jahr lernt er nun alles über Umweltschutz, Energieverwendung, chemische Pflegeschutzmittel, Korrosionsschutz und über Wartungsarbeiten am Fahrzeug kennen. „Langweilig wirds hier jedenfalls nicht. Soll ein Auto top gereinigt werden, dauert das immerhin vier Stunden “, so der junge Neotechniker.

Nur wenige Meter von der „Waschgarage“ entfernt, hat Topkas Cemil seinen Arbeitsplatz. Für den Abiturienten stand früh fest: „Ich möchte mit Autos arbeiten.“ Allerdings wäre für ihn der alte Beruf „Kfz-Mechaniker“ nichts gewesen. „Ich arbeite gerne an elektronischen Dingen und am modernen Pkw läuft ja gar nichts mehr ohne PC.“ In wenigen Wochen wird der 21-Jährige seine Ausbildung beenden. Dann will er entwedererst einmal als Geselle weiterarbeiten oder seinen Meister machen. Die Jobaussichten sind gut, wie Jochen Häger bestätigt: „Wer eine Topleistung bringt, hat auch einen Job. Durchschnitt reicht aber nicht.“

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