Benimm ist in - Etikette ist kein alter Hut
Schon Freiherr Knigge berichtete vom Wert guter Umgangsformen: „Interessiere dich für andere, wenn du haben willst, dass andere sich für dich interessieren.“ Das war vor über 200 Jahren. Doch dass Benimm ist in auch heute noch gilt, erfuhren 16 Auszubildende des Berufsbildungswerks Bethel am Freitag (15. Mai) in dem gleichnamigen Seminar.

Die Baseball-Kappe bleibt den ganzen Tag auf dem Kopf, das „Du“ ist selbstverständlich, und die Finger dürfen am Tisch ruhig Messer und Gabel ersetzen. Oft bevorzugen Schüler, Auszubildende oder junge Berufsanfänger lockere Umgangsformen. Damit sind sie meist gut gefahren, in der Schule, im Verein oder im Freundeskreis. Doch um Kunden, Vorgesetzten und Kollegen angemessen zu begegnen, müssen andere Verhaltensweisen erlernt und antrainiert werden. In der Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld übten die Jugendlichen, wie man sich im Umgang mit Mitmenschen korrekt verhält.
Oder eben nicht: IHK-Referentin Dörte Tykwer ließ die jungen Menschen mit Behinderung zunächst in Rollenspielen herausfinden, was schlechtes Benehmen ausmacht und warum es unangenehm ist. Distanzlose Nähe, dem Gegenüber ins Gesicht atmen – die Kursteilnehmer erkannten sofort, worauf sie besser achten sollten. Auch gepflegte Tischsitten, das Telefonat mit Kunden oder das richtige Outfit für den Berufsalltag standen auf dem Programm von Benimm ist in.
Die ganztägige Veranstaltung richtete sich an Teilnehmende des Projekts „100 zusätzliche Ausbildungsplätze für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene in Nordrhein-Westfalen“, das vom Land NRW und von der Europäischen Union gefördert wird. Der Kurs „Benimm ist in“ ist Bestandteil der IHK-Berufsinitiative „Fit in die Ausbildung“.