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Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

Fragen an Michael Krumtünger zur Berufsvorbereitung

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

Herr Krumtünger, welche Auswirkungen hatte die Umsetzung des Fachkonzepts „Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen“ auf die Praxis der Berufsvorbereitung im BBW?

Das 2004 eingeführte und 2012 an aktuelle gesetzliche Grundlagen angepasste Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit ist grundlegend für die Durchführung der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB). Das allgemeine Ziel ist die Erlangung der Ausbildungsfähigkeit und Ausbildungsreife und dient der Vorbereitung auf eine angestrebte Ausbildung.

Auf Grundlage dieses Fachkonzeptes wird die BvB in klar strukturierter Form mit klarer Aufgabenverteilung und individuell an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientiert durchgeführt. Sie erfordert die Entwicklung verbindlicher Zielvereinbarungen und Maßnahmen, die mit einer aufwändigen Dokumentation überprüfbar gemacht werden.

Die BvB gliedert sich auf in die Eignungsanalyse, die Grundstufe, die Förderstufe und/oder die Übergangsqualifizierung. In der Regel stehen dafür 11 Monate zur Verfügung, in begründeten Fällen auch 18 Monate.

Wie sehen die einzelnen Stufen der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen aus?

Die Eignungsanalyse

Die Eignungsanalyse beginnt mit der Aufnahme in die BvB und endet nach spätestens vier Wochen. Ziel ist die Erstellung eines Stärken- und Schwächenprofils als Grundlage für den fortzuschreibenden Reha-Plan.

Den Teilnehmenden soll im Rahmen der Eignungsanalyse Gelegenheit gegeben werden, sich in der Regel in drei Berufsfeldern zu erproben.

Die Kompetenzen werden durch standardisierte Assessment- und Diagnostikverfahren, den Schulleistungstests, Hamet 2 und Beobachtungsverfahren zur Feststellung der sozialen Kompetenz ermittelt sowie durch Beobachtungen im Alltag ergänzt.

Die Eignungsanalyse wird durch Mitarbeitende aller Fachrichtungen durchgeführt.  

Die Grundstufe

In der Grundstufe, geht es um die Herausbildung und Festigung erforderlicher persönlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die Befähigung und Motivation zur Aufnahme einer Ausbildung oder Arbeit. Sie beginnt mit Vorliegen des Qualifizierungsplans und endet nach maximal fünf Monaten. Im Mittelpunkt stehen die Berufsorientierung und die Berufswahl. Dabei werden unter anderem berufliche Grundfertigkeiten, sprachliche Kompetenzen und Grundlagen der IT- und Medienkompetenz vermittelt sowie ein Bewerbungstraining durchgeführt.

Auch im weiteren Prozess können sich neue Fragestellungen für den Förderprozess ergeben, die berücksichtigt werden, z. B. Konzentrationsstörungen, mangelnde Lernzuwächse aufgrund kognitiver Defizite, Wahrnehmungsstörungen, psychische Auffälligkeiten etc. Die Ergebnisse der weiteren Überprüfungen und Beobachtungen fließen in den Reha-Plan ein.   

Die Förderstufe

Das Ziel der Förderstufe ist eine individuelle Verbesserung von beruflichen Grundfertigkeiten, die auf eine Ausbildungs-/Arbeitsstelle vorbereiten.

Schwerpunkte zur Verbesserung der beruflichen Grundfertigkeiten sind:

  • a. Förderung der Schlüsselkompetenzen 
  • b. Förderung der fachspezifischen Kenntnisse und Fertigkeiten 
  • c. Angebote zur Heranführung an die betriebliche Praxis 


Die Übergangsqualifizierung

Schließlich gilt es in der letzten Phase, der Übergangsqualifizierung, die jungen Menschen, die eine abgesicherte Berufswahlentscheidung getroffen haben, auf diese berufliche Qualifizierung in allen ihren Facetten vorzubereiten. Voraussetzung ist natürlich, dass für den angestrebten Beruf eine Eignung vorliegt. In dieser Zeit findet also die spezifische arbeitsplatzbezogene Einarbeitung und Qualifizierung statt. Auch hier richtet sich die Dauer nach dem individuellen Qualifizierungsbedarf des einzelnen Jugendlichen. Ziel ist die Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarktreife.

Vertiefende Erprobungen sowie betriebliche Praktika dienen nicht nur der Anwendung des Erlernten, sondern ermöglichen den Erwerb und die Festigung zusätzlicher außerfachlicher personaler und sozialer Kompetenzen, die zur Integration der Rehabilitandin bzw. des Rehabilitanden ins Berufsleben von zentraler Bedeutung sind.

Ansprechpartner

Michael Krumtünger
Leitung Berufsvorbereitung und Berufsausbildung

Telefon: 0521 144-2886
Telefax: 0521 144-5113
Michael.Krumtuenger(at)Bethel.de