In der Kantinenküche wird der Schneebesen für die Soßenzubereitung geschwungen.
Voilá: Wer kann denn da noch widerstehen?
Auch heute Abend ist das Lunchbüfett im Ausbildungshotel Lindenhof wunderbar gelungen.

Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Küchen

Interview mit Heike Droste, Ausbilderin im Bereich Küchen

Welche Voraussetzungen sollten junge Menschen für diesen Beruf bzw. dieses Berufsfeld mitbringen?  

Die Jugendlichen sollten die Motivation haben, im Bereich Hotel und Gastronomie zu arbeiten. Anfangs reicht das. Später muss auch die Belastbarkeit dazu kommen. Weiterhin müssen sie die Fähigkeiten besitzen, den schulischen Anforderungen (Rechnen / Lesen / Schreiben) gerecht zu werden. Freude im Umgang mit Lebensmitteln im Rahmen der Speisenzubereitung ist unbedingt notwendig. Aber auch die Beachtung von strengen Hygieneregeln muss den jungen Leuten selbstverständlich sein.  

Welche Probleme könnten für anfallskranke und lernbehinderte Menschen in diesen spezifischen Berufen auftreten – also auch für diejenigen, die sich im Rahmen der Arbeitserprobung als ”fit” für diesen Berufszweig erwiesen haben?  

Bei einer Anfallserkrankung besteht natürlich immer die Gefahr eines Unfalls am Arbeitsplatz, zum Beispiel durch einen Sturz. Hier wird im BBW mit Nachdruck an einer Anfallsfreiheit  der jungen Leute gearbeitet. Denn ein Sturz in der Küche mit den Gerätschaften in der Umgebung birgt hohe Risiken. In der Regel finden solche Unfälle während der Ausbildung aber nur in äußerst seltenen Fällen statt.

Welche aktuellen Berufsperspektiven gibt es für die Auszubildenden?

Wir stehen momentan an einer großen Wende, denn es gibt aktuell zu wenig Nachwuchs für die Gastronomie. Einerseits ist das eine große Chance für unsere Auszubildenden. Andererseits sind viele der angebotenen Arbeitsplätze relativ unattraktiv für die jungen Leute, weil viele Gastronomen teilweise noch wie vor 50 Jahren arbeiten. Klar, dass dies sehr schwierige Bedingungen für viele der heutigen Jugendlichen sein können. Neue Großbetriebe und Restaurantketten geben schwächeren, oft auch ungelernten jungen Menschen, die Chance auf einen Arbeitsplatz. Diese sind aber oft recht schlecht bezahlt und eignen sich daher lediglich als Einstiegsjobs. Auch in Bistros und Cafés ist der Einstieg leichter als früher, es gibt viele Angebote und eine starke Nachfrage. Ein zusätzlicher neuer Arbeitsmarkt für die Küchenberufe ist die vorbereitende Lebensmittelindustrie. Die Arbeitsangebote hier sind vielfältig – unsere jungen Menschen stehen dort aber oft in Konkurrenz mit angelernten Beschäftigten wie zum Beispiel Studenten. Mein Fazit: Positiv bei der Vielfalt der derzeitigen Arbeitsangebote auf dem Markt ist, dass man für jedes Leistungsniveau einen angemessenen Arbeitsplatz finden kann.

Wie sind die Erfahrungen der Absolventen in den letzten Jahren bei der Jobsuche als auch (soweit bekannt) am neuen Arbeitsplatz?  

Die guten Arbeitsbedingungen im Lindenhof mit seiner gut auf die jungen Menschen zugeschnittenen Arbeitsorganisation, dem überschaubaren Produktspektrum und die zum Teil sehr guten Prüfungsergebnisse bei den Abschlussprüfungen – wir stellen in den Ausbildungsbereichen Helfer und Fachkraft im Gastgewerbe sehr oft den Sieger bei den Kammerprüfungen – verleiten die Auszubildenden häufig dazu, die Realität auf dem Arbeitsmarkt falsch einzuschätzen, denn diese sieht oft anders aus. Manche Betriebe sind zu klein, schlecht organisiert und die hygienischen Verhältnisse beklagenswert. Mit anderen Worten: für viele junge Menschen mit Behinderung nicht die optimalen Arbeitgeber. Aus diesem Grund laden wir auch immer wieder ehemalige Absolventen zu Austauschgesprächen mit den aktuellen Auszubildenden in den Lindenhof ein. Aus deren Erfahrungen können die jungen Leute dann viel lernen und einige Illusionen platzen so dann gerade noch rechtzeitig.

Wie hoch ist die aktuelle Vermittlungsquote in dem Berufsfeld? 

Ich habe diesbezüglich leider keine wirklich belastbare Zahl, gehe aber aufgrund der Rückmeldungen ehemaliger Absolventen von etwa 50 Prozent aus.

Gibt es Arbeitsprojekte im Rahmen der Ausbildung, die die Azubis ohne fremde Hilfe selbst entwickeln und durchführen mussten?  

Es gibt für sie viele Möglichkeiten der eigenständigen Arbeit. So stellen unsere Jugendlichen z. B. eigene Speisekarten zusammen und entwickeln Konzepte für die Kreation neuer Büfettangebote, die sie dann auch selbst umsetzen.

Ansprechpartner /
Ansprech-partnerinnen

Ernährung und Hauswirtschaft

Wilma Wöpking-Beste
Telefon 0521 144-4174

Bettina Beckmann
Heike Droste
Anna Kemnade
Telefon 0521 144-4175

BBWHauswirtschaft
(at)Bethel.de

Silvia Barth
Telefon 0521 144-6101

Elisabeth Tölke
Telefon 0521 144-6169

Andreas Koske
Christian Pein
Telefon 0521 144-4166

Sabine Visser
Silvia Ordelheide

Telefon 0521 144-1305

BBWHauswirtschaft02
(at)Bethel.de