Himmelsleiter glänzt in Bethel

Seit dem 14. Juni 2017 schmückt eine neue Skulptur den Kreisverkehr auf dem Quellenhofweg. Am 1. September wurde sie offiziell eingeweiht.

Entstanden ist die Skulptur in einem Kunstprojekt des Berufsbildungswerkes (BBW) Bethel. Teilnehmende des Metallbereiches haben sie gemeinsam mit Künstler Angelo Monitillo aus Rietberg erschaffen. Am Freitag, dem ersten Septembertag, wurde sie nun bei bestem Wetter und von zahlreichen Gästen offiziell eingeweiht. Vielen Dank an alle Beteiligten und alle Gäste. Wir freuen uns über die zahlreichen positiven Rückmeldungen zu "unserer" Himmelsleiter.

Fakten zur Himmelsleiter

Größe: 4,00 Meter
Gewicht: etwa 700 Kilogramm
Zeitaufwand: etwa 4,5 Monate
Gesamtkosten: 50.900 €

Danke allen Spenderinnen und Spendern, die dieses Projekt unterstützt haben!


Die Geschichte dahinter

Bibeltext: 1. Mose 28, 10 - 22

"Ich bringe ihn um! Ich bringe ihn um!" Immer wieder kreisten diese Worte seines Bruders in Jakobs Kopf herum. Esau war wirklich wütend gewesen. Kein Wunder, Jakob hatte ihren Vater betrogen und so Esaus Segen gestohlen. "Du musst fliehen!", hatte seine Mutter Rebekka dann zu ihm gesagt. Jakob hatte kaum Zeit. Er verabschiedete sich von seiner Mutter und von seinem Vater, um nach Haran zu gehen. Haran war der Heimatort seiner Mutter. Es lag sehr weit weg. Er würde einige Tage unterwegs sein. Aber wenigstens war es auch weit weg von Esau.

Jetzt hatte Jakob Zeit nachzudenken. Denn er war allein. So lief er die einsame Straße entlang. Nur ab und zu kam ihm mal jemand entgegen. "War es wirklich so gut, was wir getan haben?", überlegte er. Jetzt hatte er den Segen des Vaters, aber was brachte der ihm noch. Er musste fliehen, vielleicht fand Esau ihn sogar und brachte ihn um. Und seine Eltern sah er jetzt auch lange Zeit nicht mehr. Nein, es war wirklich nicht gut, was Jakob getan hatte. Er war zum Betrüger geworden, um Gottes Segen zu bekommen. Aber konnte Gott einen Betrüger überhaupt noch segnen? Was ist, wenn Gott ihn nach dem, was er getan hatte, nun auch noch alleine ließ.

Gott hasst Sünde. Auch bei uns. Gott ist heilig, er tut nie etwas Falsches. Und es ist Gott nicht egal, wenn du schlechte Dinge tust. Aber trotz allem liebt Gott dich. Gott ist trotzdem bei dir. Gott war auch bei Jakob, die ganze Zeit. Jakob war schon viele Stunden gelaufen. Langsam ging die Sonne unter. Jakob war froh, als er nach Lus kam. Er suchte sich außerhalb der Stadt einen ruhigen Ort, an dem er übernachten konnte. Er nahm einen flachen Stein, der dort lag, als Kopfkissen.

Eigentlich war er zu aufgeregt zum Schlafen. In den letzten Tagen war so viel passiert. Aber jetzt war Jakob auch müde. Er war weit gelaufen und war froh, dass er sich ausruhen konnte. Und so schlief er auch bald ein. Aber in dieser Nacht träumte Jakob. Es war ein besonderer Traum.

Manchmal träumt man irgendetwas, das keine Bedeutung hat. Aber dieser Traum von Jakob war anders. Es war ein Traum von Gott. Zu Jakobs Zeit hat Gott öfter zu den Menschen in Träumen gesprochen. Es gab noch keine Bibel, in der man Gottes Wort lesen konnte. Jetzt sprach Gott zu Jakob durch diesen Traum.

Im Traum sah Jakob eine große Leiter. Sie stand vor ihm auf dem Boden. Er schaute nach oben, um zu sehen, wo die Leiter endete. Aber sie war sehr hoch. Sie ging bis in den Himmel hinein. Während Jakob die Leiter anschaute, stiegen Engel die Leiter hoch und runter. Es war wie eine Tür zum Himmel. Sie war direkt hier vor Jakob. Jakob staunte. Hier unten stand er, der Betrüger. Er war sich nicht einmal sicher, ob Gott ihn noch liebte. Aber Gott war trotzdem bei ihm. Gott war genau hier bei Jakob. Er schickte seine Engel zu Jakob. Und dann sah Jakob oben an der Leiter Gott selbst stehen: "Ich bin der Herr, der Gott, den dein Großvater Abraham und dein Vater Isaak angebetet haben", sprach Gott zu ihm. "So, wie ich bei deinem Vater und Großvater war, will ich auch bei dir sein. Ich will dich segnen und du wirst zu einem großen Volk werden. Deine Nachkommen werden so viele sein, wie der Sand. Man kann sie nicht zählen. Und all das Land, das du hier siehst, wird dir einmal gehören." Das war genau das Versprechen, das Gott schon Abraham und Isaak gegeben hatte. Jakob hatte gedacht, er hat versagt. Er war zum Betrüger geworden, aber Gott liebte ihn trotzdem und versprach auch ihm dasselbe.

Gott gab Jakob noch ein besonderes Versprechen. (1. Mose 28, 15 lesen) "Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe." Gott war trotzdem bei Jakob. Und Gott versprach Jakob sogar, dass er eines Tages zu seiner Familie zurückkehren konnte. Aber auch vorher schon wollte Gott jeden Tag bei Jakob sein und auf ihn aufpassen.  


Die Beteiligten des Projektes sprechen über ihre Erfahrungen mit Esther Zelmer, die ein studienvorbereitendes Praktikum im BBW Bethel absolvierte:

? Wer hatte die Idee, diese Skulptur nach einem Symbol, das zurückgreift auf eine Geschichte aus der Bibel, zu erbauen? So eine Idee kommt einem ja nicht bei Nacht?

Monitillo: Nein, das stimmt. Der Vorschlag entstand in der Diskussion zwischen mehreren Personen, darunter Andrea Hünneke, die Leiterin des BBW, Sandra Neubauer als zuständige Seelsorgerin und mir. Diese Skulptur ist ja ein ganz typisches Symbol für Bethel, das eigentlich alles aussagt.

? Herr Monitillo, was hat Ihnen an der Zusammenarbeit und an der Arbeit an der Skulptur besonders gefallen?

Monitillo: Ganz besonders haben mir die Teilnehmenden und ihre Mitarbeit gefallen. Ich habe ihnen viel Raum gelassen, ihre eigenen Ideen einzubauen, damit sie mit kleinen Hilfen selbst etwas schaffen. Und das Tolle war, dass ich dadurch selbst viel dazu gelernt habe, weil ich persönlich immer sehr genau bin und die anderen haben sehr frei gearbeitet. Und diese Freiheit zu sehen hat mir große Freude bereitet.

? Würden Sie so ein Projekt mit dem BBW Bethel noch einmal durchführen?

Monitillo: Auf jeden Fall! Sehr gerne, weil ich auch für meine Arbeit sehr interessante Erfahrungen gemacht habe. Zum Beispiel habe ich eben gelernt freier zu werden. Es war super, dass immer mehr Teilnehmende dazu kamen. Wir hatten viel Spaß zusammen. Es ist letztendlich auch schön zu sehen, wie glücklich die Menschen sind, wenn sie sagen können: "Das habe ich gemacht!" So etwas ist sehr wichtig.

? Und nun zu den Teilnehmenden. Das Werk sieht nach präziser und harter Arbeit aus. Wie war das für euch bei diesem Projekt mitzuarbeiten?

Teilnehmende: Uns hat es viel Spaß gemacht und es war auch eine kleine, positive Herausforderung für uns. Auch wenn für den einen oder anderen abstrakte Kunst nichts ist, war es doch eine neue Erfahrung.

? Was hat es euch gebracht? Konntet ihr bestimmte Fähigkeiten weiterentwickeln oder sogar neu erlernen?

Teilnehmende: Wir konnten natürlich unsere handwerklichen Fähigkeiten, die wir hier erlernt haben, nutzen. Einer von uns hat sogar in diesem Prozess das Schweißen und ein anderer das Beizen erlernt.

? Habt ihr auch negative Erfahrungen gemacht?

Teilnehmende: Nein. Die Zusammenarbeit untereinander und mit dem Künstler war super, weil er immer gut drauf war. Amin hat sich leicht verbrannt, aber Schlimmeres ist nicht passiert.

? Herr Beckmann, Sie haben als Ausbilder das Projekt begleitet. Wie sehen Sie das Ganze?

Beckmann: So ein Projekt ist sehr motivierend für unsere Azubis, da sie ihr Erlerntes einsetzen können und Neues dazu lernen. Außerdem ist es insgesamt auch total vielseitig und etwas Bleibendes. Wenn dann einer der Teilnehmenden an dem Kreisverkehr vorbei fährt und die Skulptur sieht, kommt natürlich Freude und vielleicht auch ein wenig Stolz auf, da mitgearbeitet zu haben.

? Sollte man so ein Projekt wiederholen?

Beckmann: Auf jeden Fall! Es macht riesigen Spaß und die Jungs sind mit Leib und Seele dabei, zum einen weil der Künstler sehr locker und aufgeschlossen war, zum anderen, weil es eine willkommene Abwechslung zum normalen Berufsalltag darstellt.

Kontakt

Berufsbildungswerk Bethel (BBW)

An der Rehwiese
57 – 63
33617 Bielefeld

Telefon 0521 144-4182
bbw(at)bethel.de